Calvelli

SCHIFFSBLICKE – Alexander Calvelli

Sonntag, 30. April bis 29. Oktober 2017

wird die Sonderausstellung SCHIFFSBLICKE von ALEXANDER CALVELLI in der Galerie des Museums gezeigt.

Alexander Calvelli wurde 1963 in Frankfurt am Main geboren. Nach dem Studium an der Fachhochschule Köln und mehrjährigen Studienaufenthalten in Florenz, Brasilien und Argentinien kehrte er 1993 als Stadtmaler nach Leverkusen zurück. Heute lebt und arbeitet Calvelli in Köln.

Calvelli folgt seiner Vorliebe für realistische, exakte Wiedergaben von Motiven, die er hauptsächlich im Ruhrgebiet rekurriert. Industrieanlagen, Bergwerke, Schiffe, Häfen, Werften, aber auch Arbeitswelten, die vom Aussterben bedroht sind und die für den normalen Betrachter unbegehbar sind. Seine Bilder erinnern an Fotografien, und tatsächlich haben am Beginn jedes gemalten Bildes Aufnahmen gestanden. Anhand der fotografischen Dokumentation fertigt er Skizzen an, die er anschließend in Öl auf Leinwand überträgt. Die Bilder dokumentieren in aller Exaktheit Zustände und Materialien, sie vermitteln Stimmungen und Atmosphärisches. Sein reflexiver Realismus zeugt von einer besonderen Fähigkeit der Wahrnehmung.

WinfriedLucassen

Winfried Lucassen – „Ziya – und die Sehnsucht zu finden“

Sonntag, 12. November 2017,  11 Uhr

eröffnet die Sonderausstellung „Ziya – und die Sehnsucht zu finden“

Winfried Lucassens Bilderzyklus im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt nimmt uns mit auf eine Reise, eine Reise zu Licht, Glanz, Weisheit, in eine Welt des gemalten Lichtes oder des gemalten Wassers. Wellen, Gischt, Lichteinfall, Sonnenuntergangsstimmung sind die Assoziationen, die der Künstler hat. Darüber hinaus aber auch die Sehnsucht zu finden, die jedem Menschen inne wohnt. Ziya, eine Lichtgestalt, eine Hoffnung, eine Haltung, woher kommen wir, wohin gehen wir?

Licht symbolisiert Bewusstsein, Wahrnehmung, Vertrauen und Zuversicht. Licht bedeutet auch Hoffnung und Neuanfang, der Wechsel der Jahreszeiten vom Dunklen ins Helle, das Licht der Welt erblicken. Licht ist eine geistige Energie, die durch unser Sehen freigelegt wird. Das Licht ist auch ein Symbol für Lebensfreude. Es bringt Helligkeit in verschiedene Situationen.

Wasser ist das Urelement des Lebens, ohne das wir Menschen nicht existieren können. Sowohl die Mythologien wie auch die Evolutionstheorie sehen im Wasser den Ursprung allen Lebens, Wasser bedeutet aber auch Trinken, Reinigung, Befreiung.

Die Bilder von Winfried Lucassen haben also metaphorischen Charakter, sie lassen dem Betrachter die große Möglichkeit, sich kontemplativ mit Licht und Farbe auseinanderzusetzen und zu eigenen Interpretationen zu kommen, zu positiven Affirmationen.

Auf die Reise gehen, zu finden, zu entdecken und zu erkennen, das sind die Absichten, die hinter den Bildern stecken.

Winfried Lucassen verwendet Acryl- und Ölfarben, die mit Pinseln, Spachteln, Rollen in unterschiedlicher Art auf die Leinwand gebracht werden, spritzend, sprenkelnd, zerstäubend, mal verlaufend, allein von Schwerkraft gesteuert, vermeintlich zufällig. Beabsichtigtes und Gewolltes ist immer in Beziehung zum Zufall. Verläufe werden intensiviert oder gestoppt. Was passiert auf dem Bild durch die Schwerkraft der Erde, die hier als bildendes, nicht als geistiges Element eine Rolle spielt? „Das Bild malt sich selbst“, so Winfried Lucassen, Zufälle werden zugelassen, der Verlauf der Arbeit ist gleichzeitig die Motivation zu malen und selbst neugierig auf das Ergebnis zu sein.

Ziya bedeutet auch Reise, und Reisen regen an zur Erkenntnis, eine Reise durch das Leben und eine Reise zu sich selbst.

Die magischen Blau- und Türkistöne vermitteln den Eindruck von Klarheit. In der Farbsymbolik steht Blau für Harmonie, Zufriedenheit, Ruhe und Unendlichkeit. Als Farbe des Himmels drückt das Blau also Ferne, Weite und Unendlichkeit aus. Als Farbe des Wassers symbolisiert es aber auch die Seele, das Unbewusste und Unbekannte.

Die Bilder von Winfried Lucassen gestatten dem Betrachter eine Selbstreflexion, eine Selbstempfindung und eine kontemplative Beschaulichkeit.

Die Sonderausstellung wird bis zum  8. April 2018 in der Galerie des Museums gezeigt.

 

 

Ausstellungswand_mit_Briefkasten

Kollektives Schiffspostkartenmuseum – Musée Maritime de Balsièges

Sonntag, 2. April 2017, 11 Uhr

wurde die „Postkartensammlung“ von Dorothée Bouchard, die sie dem Museum geschenkt hat, offiziell eröffnet.

1978 radierte die Düsseldorfer Künstlerin Dorothée Bouchard für den Düsseldorfer Kunstverein eine Jahresgabe, die einen Briefkasten darstellte. Der Radierung beigefügt war eine Schiffspostkarte mit der Bitte eine andere Schiffspostkarte zurückzuschicken. Die Resonanz war überraschend hoch. Das Ergebnis ist eine Schiffspostkartensammlung von Einsendern und Künstlern aus aller Welt, die in die Tausende geht. Ozeanriesen, Segelschiffe, Ruderboote, Eisbrecher, Kriegsschiffe, Flöße, Dschunken, Jollen, Wracks und Untergänge, eine Entdeckungsreise durch die Schifffahrtsgeschichte.

Alles, was mit Schiffen und Wasser zu tun hat, ist in der Sammlung vertreten.

Aus den zahlreichen Einsendungen entstand das Musée maritime de Balsièges in einer alten Mühle im Massiv Central in Südfrankreich, der Zweitwohnsitz von Dorothée Bouchard und ihrem Mann Elliot Bouchard.

Die Ausstellung wird dauerhaft in einem eigenen Kabinett präsentiert.

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Deutsche Flüsse – Die Ströme und ihre Zuflussgebiete

Eine Erweiterung der Dauerausstellung im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt 

Das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt schließt eine Lücke in der Dauerausstellung.  Besucher hatten den Eindruck, dass unsere Dauerausstellung viel zu sehr auf den Rhein und die Ruhr ausgerichtet ist. Diesen „Vorwurf“ haben wir zum Anlass genommen und an einer Erweiterung der Dauerausstellung unter Berücksichtigung der bedeutenden deutschen Flüsse gearbeitet. Sie finden diese neue Ausstellungseinheit  im Schwimmbecken im Untergeschoss der ehemaligen Herrenschwimmhalle. Sie stellt außergewöhnliche Schiffstypen, wie die Kettenschleppdampfer des Neckars, die „Ulmer Schachteln“ von der Donau oder die Heckraddampfer der Oder in den Mittelpunkt. Zusätzlich bieten Vertiefungsebenen zu den Zuflüssen einen Einblick in das weitverzweigte Wasserstraßennetz der deutschen Flüsse.

Sehenswert ist „fliozan“ GERMAN RIVERS eine Videoinstallation des Mainzer Professors Harald Schleicher. „fliozan“ ist eine audiovisuelle Reise entlang der wichtigsten deutschen Flüsse – aufgenommen von ihrer Quelle bis zur Mündung. Ein bildgewaltiges Projekt, das der Ausstellungseinheit eine besondere Atmosphäre verleiht.

Aus dem Bestand des Bundesamtes für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen in Berlin sind Gemälde zu sehen, die schwerpunktmäßig die Flüsse der ehemaligen DDR repräsentieren. Sie runden die breitgefächerte Palette der „Deutschen Flüsse“ ab.

 

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Rhineheart

Der inzwischen stadtbekannte weiße Wal „Rhineheart“, den der Künstler Jörg Mazur während seiner bildhauerischen Odyssee „Heimat für Rhineheart“ schuf, tauchte im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt erneut auf. Und das schon zum zweiten Mal.

Mazurs Arbeit an der Wal-Büste begann letztes Jahr im Rahmen der 36. Duisburger Akzente zum Thema „Heimat“ und knüpfte an die abenteuerliche Reise des weißen Wals im Rhein an, der im Mai 1966 von zwei Rheinschiffern vor Duisburg-Neuenkamp gesichtet wurde.

Das Foyer des Binnenschifffahrtsmuseums war eine der ersten Stationen, an denen der Bildhauer mit seiner Idee Station machte, dem Wal in Duisburg ein Denkmal zu setzen und mit einer Skulptur am Rhein an die Einzigartigkeit seiner Geschichte zu erinnern.

Nach erfolglosen Fangversuchen des ehemaligen Duisburger Zoodirektors Dr. Wolfgang Gewalt schwamm der Wal damals weiter ins Landesinnere, wo er nach vier Wochen unmittelbar vor dem Bonner Regierungsgebäude auftauchte und Geschichte schrieb.

Es waren die Pressefotos und Berichte des mit Altöl verschmutzten Weißwals in einem Fluss namens Rhein, die damals auch den politischen Focus auf die starke Verschmutzung des Flusses lenkten.

„Der Rheinwal liefert eine märchenhafte Metapher für unseren Umgang mit der Natur“, erklärt Jörg Mazur seine Faszination am weißen Wal. „Ohne Worte hat er den Blick aufs Wesentliche geschärft und tausende Menschen bewegt“.

Die mittlerweile vollendete Wal-Büste, die nun oberflächenveredelt vor dem niederländischen Lastensegler „De Goede Verwachting“ in der ehemaligen Herrenschwimmhalle auftaucht, soll noch vergrößer, in Bronze gegossen und an anderer Stelle präsentiert werden.

Rhineheart soll ein nachhaltiges und freundliches Symbol für den Umweltschutz werden. Als Wahrzeichen wird es die Geschichte lebendig halten und einen optimistischen Blick in die Zukunft wagen.

Ssein Lächeln und das Winken der Flossen hatte die Besucher des Museums willkommen geheißen.

Zum 50. Jubiläum der Wal-Geschichte sind im Museum ein Plakat und eine Postkarte erhältlich.