Akzente2016_SpiritusHuber

SPIRITUS HUBER

SpiritusHuber2Samstag, 27. Februar 2016, 15 Uhr

Im Ruhrorter Hafenmund liegt ein alter Seitenradschleppdampfer. Er wurde vor knapp hundert Jahren in Duisburg erschaffen. 44 Jahre nutzte man ihn zum Ziehen schwerer Lastkähne. Er wurde mehrfach umbenannt, absichtlich eine Zeitlang im Rhein versenkt, sein Herz aus Kohle wurde herausgerissen und gegen eine Heizölmaschine ausgetauscht. Man nutzte ihn ein paar Jahre als Partydampfer. Nach Jahren der Plackerei wurde er dann doch außer Dienst gestellt. Man band ihn endgültig am Ufer fest. Seiner Maschinenkraft beraubt, dient er fürderhin einem Museum. Hunderte Industriegeschichtsvoyeure treiben sich in seinem Inneren herum. Nur im Winter hat er seine Ruhe.

Aber irgendetwas passiert auf dem leblos scheinenden Schiff. Vor allem im Wohnbereich und in den Maschinenräumen vernehmen sensible Besucher eine mitunter unheimliche Präsenz. Was ist geblieben? Ist es der Geist des Schiffs, der Spiritus Loci des Dampfschiffs RK XIV – Oscar Huber?

Ido Aharon Iurgel und Wolfram Lakaszus haben sich mit ihren Studierenden der Hochschule Rhein-Waal auf die Suche begeben. Auf die Suche nach dem Spiritus Huber. Mit scharfem Verstand und wissenschaftlich-künstlerischer Kompetenz wurden das Schiff und seine Aura untersucht. Unter Einsatz einer Kombination hochmoderner Forschungsmethoden gingen sie zu Werke. Dabei entwickelte das 15-köpfige interdisziplinäre Forschungsteam eigens spezielle Suchgeräte, mit denen es sozusagen auf Geisterjagd ging.

Und tatsächlich wurde man gleich fündig. Das Gefundene muss noch erforscht und verstanden werden. Die Untersuchungen und Beratungen dauern an. Dennoch gehen Iurgel und Lakaszus an die Öffentlichkeit – schließlich versprechen die Akzente ein kritisches kulturaffines Publikum.

Mit Hilfe des Suchgerätes können erstmals auch an (Industrie)Kultur interessierte Laien sich ein eigenes Bild machen.

 

Bis Sonntag, 13. März ist diese Präsentation zu sehen.

Götz George alias Horst Schimanski auf der "Oscar Huber" 2007

Schimmi-Jacke hatte neues Zuhause

Montag, 19. Oktober 2015 bis Sonntag, 14. Februar 2016

 

Aus der Folge „Loverboy“ mit Götz George in der Rolle des Kult-Kommissars hat die Schimmi-Jacke ein neues Zuhause gefunden. Burkhard Eick und Frank Skrube wollen das Kleidungsstück in Duisburg an wechselnden Orten ausstellen. Die WAZ hatte dazu einen Aufruf gestartet. Viele Leser und Institutionen machten mit. Den Zuschlag als ersten Ausstellungsort hat nun das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt bekommen.

Die Jacke mit Einschussloch, (Film-)Blutflecken und schriftlicher Widmung des Hauptdarstellers wurde in einer Glasvitrine präsentiert.

Götz George auf dem Weg zur "Tatort"-Pressekonferenz auf der "Oscar Huber"Ruhrort, Hafen, Schifffahrt – das alles passt zu Schimanski. Teile der „Loverboy“-Folge sind Mitte Juni 2013 im Ruhrorter Yacht-Club gedreht worden – nur eine Straße entfernt vom Museum. Außerdem war Götz George bereits 2007 bei einer „Tatort“-Pressekonferenz auf dem Radschleppdampfer „Oscar Huber“ am Leinpfad zu Gast gewesen.