WinfriedLucassen

Winfried Lucassen – „Ziya – und die Sehnsucht zu finden“

Bis Sonntag, 8. April 2018

wurde die Sonderausstellung „Ziya – und die Sehnsucht zu finden“ in der Galerie des Museums gezeigt.

Winfried Lucassens Bilderzyklus im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt nahm uns mit auf eine Reise, eine Reise zu Licht, Glanz, Weisheit, in eine Welt des gemalten Lichtes oder des gemalten Wassers. Wellen, Gischt, Lichteinfall, Sonnenuntergangsstimmung waren die Assoziationen, die der Künstler hat. Darüber hinaus aber auch die Sehnsucht zu finden, die jedem Menschen inne wohnt. Ziya, eine Lichtgestalt, eine Hoffnung, eine Haltung, woher kommen wir, wohin gehen wir?

Licht symbolisiert Bewusstsein, Wahrnehmung, Vertrauen und Zuversicht. Licht bedeutet auch Hoffnung und Neuanfang, der Wechsel der Jahreszeiten vom Dunklen ins Helle, das Licht der Welt erblicken. Licht ist eine geistige Energie, die durch unser Sehen freigelegt wird. Das Licht ist auch ein Symbol für Lebensfreude. Es bringt Helligkeit in verschiedene Situationen.

Wasser ist das Urelement des Lebens, ohne das wir Menschen nicht existieren können. Sowohl die Mythologien wie auch die Evolutionstheorie sehen im Wasser den Ursprung allen Lebens, Wasser bedeutet aber auch Trinken, Reinigung, Befreiung.

Die Bilder von Winfried Lucassen hatten also metaphorischen Charakter, sie ließen dem Betrachter die große Möglichkeit, sich kontemplativ mit Licht und Farbe auseinanderzusetzen und zu eigenen Interpretationen zu kommen, zu positiven Affirmationen.

Auf die Reise gehen, zu finden, zu entdecken und zu erkennen, das waren die Absichten, die hinter den Bildern steckten.

Winfried Lucassen verwendete Acryl- und Ölfarben, die mit Pinseln, Spachteln, Rollen in unterschiedlicher Art auf die Leinwand gebracht werden, spritzend, sprenkelnd, zerstäubend, mal verlaufend, allein von Schwerkraft gesteuert, vermeintlich zufällig. Beabsichtigtes und Gewolltes war in Beziehung zum Zufall. Verläufe wurden intensiviert oder gestoppt. Was passierte auf dem Bild durch die Schwerkraft der Erde, die hier als bildendes, nicht als geistiges Element eine Rolle spielte? „Das Bild malte sich selbst“, so Winfried Lucassen, Zufälle wurden zugelassen, der Verlauf der Arbeit war gleichzeitig die Motivation zu malen und selbst neugierig auf das Ergebnis zu sein.

Ziya bedeutete auch Reise, und Reisen regen an zur Erkenntnis, eine Reise durch das Leben und eine Reise zu sich selbst.

Die magischen Blau- und Türkistöne vermittelten den Eindruck von Klarheit. In der Farbsymbolik stand Blau für Harmonie, Zufriedenheit, Ruhe und Unendlichkeit. Als Farbe des Himmels drückte das Blau also Ferne, Weite und Unendlichkeit aus. Als Farbe des Wassers symbolisierte es aber auch die Seele, das Unbewusste und Unbekannte.

Die Bilder von Winfried Lucassen gestatteten dem Betrachter eine Selbstreflexion, eine Selbstempfindung und eine kontemplative Beschaulichkeit.