WinfriedLucassen

Winfried Lucassen – „Ziya – und die Sehnsucht zu finden“

Sonntag, 12. November 2017,  11 Uhr

eröffnete die Sonderausstellung „Ziya – und die Sehnsucht zu finden“

Winfried Lucassens Bilderzyklus im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt nimmt uns mit auf eine Reise, eine Reise zu Licht, Glanz, Weisheit, in eine Welt des gemalten Lichtes oder des gemalten Wassers. Wellen, Gischt, Lichteinfall, Sonnenuntergangsstimmung sind die Assoziationen, die der Künstler hat. Darüber hinaus aber auch die Sehnsucht zu finden, die jedem Menschen inne wohnt. Ziya, eine Lichtgestalt, eine Hoffnung, eine Haltung, woher kommen wir, wohin gehen wir?

Licht symbolisiert Bewusstsein, Wahrnehmung, Vertrauen und Zuversicht. Licht bedeutet auch Hoffnung und Neuanfang, der Wechsel der Jahreszeiten vom Dunklen ins Helle, das Licht der Welt erblicken. Licht ist eine geistige Energie, die durch unser Sehen freigelegt wird. Das Licht ist auch ein Symbol für Lebensfreude. Es bringt Helligkeit in verschiedene Situationen.

Wasser ist das Urelement des Lebens, ohne das wir Menschen nicht existieren können. Sowohl die Mythologien wie auch die Evolutionstheorie sehen im Wasser den Ursprung allen Lebens, Wasser bedeutet aber auch Trinken, Reinigung, Befreiung.

Die Bilder von Winfried Lucassen haben also metaphorischen Charakter, sie lassen dem Betrachter die große Möglichkeit, sich kontemplativ mit Licht und Farbe auseinanderzusetzen und zu eigenen Interpretationen zu kommen, zu positiven Affirmationen.

Auf die Reise gehen, zu finden, zu entdecken und zu erkennen, das sind die Absichten, die hinter den Bildern stecken.

Winfried Lucassen verwendet Acryl- und Ölfarben, die mit Pinseln, Spachteln, Rollen in unterschiedlicher Art auf die Leinwand gebracht werden, spritzend, sprenkelnd, zerstäubend, mal verlaufend, allein von Schwerkraft gesteuert, vermeintlich zufällig. Beabsichtigtes und Gewolltes ist immer in Beziehung zum Zufall. Verläufe werden intensiviert oder gestoppt. Was passiert auf dem Bild durch die Schwerkraft der Erde, die hier als bildendes, nicht als geistiges Element eine Rolle spielt? „Das Bild malt sich selbst“, so Winfried Lucassen, Zufälle werden zugelassen, der Verlauf der Arbeit ist gleichzeitig die Motivation zu malen und selbst neugierig auf das Ergebnis zu sein.

Ziya bedeutet auch Reise, und Reisen regen an zur Erkenntnis, eine Reise durch das Leben und eine Reise zu sich selbst.

Die magischen Blau- und Türkistöne vermitteln den Eindruck von Klarheit. In der Farbsymbolik steht Blau für Harmonie, Zufriedenheit, Ruhe und Unendlichkeit. Als Farbe des Himmels drückt das Blau also Ferne, Weite und Unendlichkeit aus. Als Farbe des Wassers symbolisiert es aber auch die Seele, das Unbewusste und Unbekannte.

Die Bilder von Winfried Lucassen gestatten dem Betrachter eine Selbstreflexion, eine Selbstempfindung und eine kontemplative Beschaulichkeit.

Die Sonderausstellung wird bis zum  8. April 2018 in der Galerie des Museums gezeigt.