Ein Schiff versorgt die Schiffe

Die „Fendel 147“ wurde 1922 von der Schiffs- und Maschinenbau AG in Mannheim als komplett genietetes Stahlschiff gebaut. Der antriebslose Schleppkahn diente zunächst unter dem Namen „Rheinfahrt 3“ der Mannheimer Reederei Fendel. Nach wenigen Jahren wurde der Kahn zum Kranschiff umgebaut. Zuerst war es ein kohlebefeuerter Dampfkran, der auf Schienen über Deck fahren konnte. Später, 1964, kam an seine Stelle ein moderner Kran mit Dieselmotor. Bis zum Ende der Dampfschifffahrt diente das Schiff als Bunkerboot für so genannte Bootekohle. Das ist die Kohle, die ein Dampfschiff selbst verbraucht. In den neun gedeckten Laderäumen konnten 750 Tonnen Kohle gebunkert werden. Mit dem Kran wurde die benötigte Menge Kohle in die Kohlenbunker der Dampfschiffe verladen. Seit Mitte der 1950er Jahre war das Kranschiff in Duisburg stationiert. Alle großen Reedereien unterhielten entlang des Flüsse solche Bunkerstationen. Das Bild der Duisburger Rheinreede wurde zur Zeit der Dampfschifffahrt gerade auch durch die Kranschiffe geprägt. Nach dem Ende der Dampfschifffahrt in den 1960er Jahren diente die „Fendel 147“ als Lager- Versorgungsschiff für die Reederei Stinnes in Duisburg. 1988 wurde sie als unrentabel außer Dienst gestellt. Das letztes Kranschiff vom Rhein ist durch eine Spende der Reederei Stinnes seit 1994 als technisches Denkmal im Besitz des Museums der Deutschen Binnenschifffahrt. In den letzten Jahren wurde das Schiff weitgehend in den Zustand der 1920er Jahre zurückgebaut. Nach einer gründlichen Sanierung in 2012 liegt die „Fendel 147“ jetzt als drittes Museumsschiff neben „Oscar Huber“ und „Minden“ am Ruhrorter Hafenmund.